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Achtung! Es gab Raumänderungen. Das aktuelle Programm finden Sie im Online-Programm.
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25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation e. V. (DGNR)

25. Kongress der DGNR und 100 Jahre Neurorehabilitation in Deutschland
07. – 09. Dezember 2017 • Berlin

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Workshopbeschreibungen

Workshop 1 • Management der spastischen Bewegungsstörung
In dem angebotenen Workshop soll neben der aktuellen Definition und den medikamentösen systemischen, lokalen und intrathekalen sowie rehabilitativen anderen multiprofessionellen Behandlungsformen der spastischen Bewegungsstörung besonders auf das Konzept der Selbstrehabilitation und eine roboterunterstützte Therapie in der Neurorehabilitation bei spastischer Parese eingegangen werden. Es werden neben dem Stand der evidenzbasierten Rehabilitation innovative Konzepte vorgestellt und interaktiv anhand von Patientenbeispielen diskutiert. 

Workshop 2 • Wie erstelle ich ein Cochrane Review?
Systematische Übersichtsarbeiten der Cochrane Collaboration fassen Forschungsergebnisse zu Fragen der Gesundheitsversorgung und -politik zusammen und sind international als Qualitätsstandard in der evidenzbasierten Gesundheitsversorgung anerkannt. Im Rahmen dieses Workshops wird näher auf den Prozess der Erstellung, Besonderheiten der Methodik sowie die Unterschiede zu anderen systematischen Reviews eingegangen. Diese werden anhand aktueller Bei-spiele aus der Neurorehabilitation erläutert.

Workshop 3 • Neurowissenschaftliche Begutachtung in der Neurologischen Rehabilitation
Der neurologische und neuropsychologische Verlauf bei Rehabilitations-Patienten ist immer häufiger auch Inhalt gutachterlicher Fragestellungen. Der Workshop gibt einen Einblick in die tägliche gutachterliche Praxis, beschreibt hierbei auch immer wieder auftretende Fallstricke und bietet Raum für die Diskussion einiger besonders interessanter Fälle.

Workshop 4 • Fahreignung bei ausgewählten neurologischen Krankheitsbildern und unter neuropsychologischen Gesichtspunkten
Die Fähigkeit, ein Kraftfahrzeug zu führen, besitzt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Oft hängen davon Arbeitsplatz, soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten ab. Nach neurologischen Erkrankungen stellt sich sowohl aus rechtlicher als auch aus medizinischer und neuropsychologischer Sicht die Frage, ob Patienten ein Kraftfahrzeug wieder sicher führen können. Dabei ist die Beratung durch Mediziner und Psychologen von zentraler Bedeutung und aus dem Vertragsverhältnis zwischen Behandler und Patient auch gefordert. Falsche Beratungen und Empfehlungen können den Heilungsprozess der Patienten ungünstig beeinflussen. Unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen werden in diesem Workshop   zwei der häufigsten neurologischen Krankheitsgruppen -die kreislaufabhängigen Störungen der Hirnfunktionen und die Epilepsien- besprochen. Neben den medizinischen Gesichtspunkten wird die Untersuchung der neuropsychologischen Krankheitsfolgen im Sinne der Mindestanforderungen an die psychische Leistungsfähigkeit dargestellt und auf die Bedeutung der Fahrverhaltensprobe eingegangen.

Workshop 5 • Neurologische Syndrome auf der Intensivstation
Der Workshop beschäftigt sich mit Hirnstammsyndromen und seltenen peripheren neurologischen Erkrankungen, die zur Intensivpflichtigkeit führen können und deren Differentialdiagnosen.

Workshop 6 • CIMT – Therapie und modifizierte Versionen (mCIMT) mit Fokus obere Extremität – ICF orientierte Anwendung und konkrete Umsetzung in der klinischen Praxis
Der Workshop richtet sich an Personen, welche diese Therapieverfahren mit hohem Evidenzlevel für Patienten mit zentralnervösen Schädigungen in der klinischen Praxis, aber auch im stationären Alltag, anwenden wollen. Mit dieser hochwirksamen Behandlungsform wird der betroffene paretische Arm intensiv, repetitiv unter gezieltem Einsatz weiterer Kernelemente des motorischen Lernens trainiert. Dazu wird die nicht betroffene obere Extremität durch eine spezielle Restriktionsbandage immobilisiert und der „erlernte Nichtgebrauch“ des betroffenen Armes und der Hand unterbunden.
Der paretische Arm muss nun gezwungenermaßen in Alltagsaktivitäten und anderen zielorientierten Handlungen benutzt werden, welche der therapeutischen Kontrolle und Ausarbeitung unterliegen. Die Teilnehmer lernen die gesamte CIMT und Unterscheidungen zur Forced-use Therapie kennen, werden mit modifizierten Formen vertraut gemacht und können diese sofort in ihrem Arbeitsalltag anwenden. Valide und reliable ICF Assessments zur Verlaufsdokumentation und Erfassung des Therapieerfolges werden vermittelt. Ein- und Ausschlusskriterien für die CIMT, strukturierte Planung und die Übertragung für selbstkontrolliertes Üben des Patienten werden aufgezeigt. Die praktische Relevanz wird anhand von konkreten Patientenbeispielen in Behand-lungsvideos vermittelt. Diese verdeutlichen vor allem die Praktikabilität der Therapiegestaltung Interventionen für den Alltagstransfer und die kreativen Behandlungsmöglichkeiten für den Therapeuten. Eine neu entwickelte Restriktionsbandage und eigens für die CIMT entwickelte multiple Therapiegeräte werden ebenfalls praktisch und am Patientenbeispiel vorgestellt.

Workshop 7 • Trachealkanülenmanagement mit Hands on Training
Der Workshop richtet sich vor allem an Teilnehmer, die einen Einstieg in die Materie suchen.
Ein Schwerpunkt des Workshops sind praktische Übungen an Phantomen. Jeder Telnehmer erhält Gelegenheit das Wechseln der Trachealkanüle am Phantom zu üben. 

Workshop 8 • Wie übertrage ich Cochrane-Evidenz in den klinischen Alltag?
Der Workshop beschreibt wie wissenschaftliche Evidenz in Form von Cochrane Evidenz in den klinischen Alltag übertragen bzw. umgesetzt werden kann.
Dabei wird zunächst darauf eingegangen wie grundsätzlich wissenschaftliche Erkenntnisse aus Studien und aus Cochrane Reviews in die Praxis implementiert werden können. Anschließend wird am Beispiel Schlaganfall erläutert, welche Möglichkeiten, Barrieren und Fallstricke bei der Implementierung von Ergebnissen aus Cochrane Reviews existieren und wie diesen begegnet werden kann. Der letzte Teil des Workshops erläutert anhand praktischer Beispiele die Übertragung von Ergebnissen aus Cochrane Reviews zur Verbesserung der Mobilität von Patienten in der Rehabilitation nach Schlaganfall.

Workshop 9 • Sozialmedizin
Der Workshop richtet sich an Kolleginnen und Kollegen, die neu in der Phase D der Neurologischen Rehabilitation tätig sind und sich der komplexen Aufgabe der sozialmedizinischen Leistungsbeurteilung stellen müssen. Einführend werden Grundlagen zur Sozialgesetzgebung und zu leistungsrechtlichen Begriffen vermittelt. Dabei wird auch auf durch das neue Bundesteilhabegesetz anstehende Veränderungen eingegangen. Anschließend werden exemplarisch interessante sozialmedizinische Fallkonstellationen aus Sicht des Rentenversicherungsträgers und auch der Agentur für Arbeit diskutiert.

Workshop 10 • Beitrag der funktionellen Bildgebung zur Neurorehabilitation
Seit den ersten Studien – damals noch mit PET -  zur Reorganisation nach Schlaganfall in den Neunziger Jahren, die anschaulich nachweisen konnten, dass Neuroplastizität ein reales Phänomen auch beim älteren Menschen nach Erleiden einer Hirnläsion ist, sind viele bildgebende Studien gefolgt. Inwiefern haben sie die Rehabilitation verändert und in wie fern können sie im Einzelfall therapeutische Optionen beeinflussen?
Zunächst gibt A. M. Schoenfeld einen Überblick über Techniken und methodische Auswertungs-möglichkeiten im Bereich der funktionellen Bildgebung. Der Focus liegt auf Verfahren, die auch auf Einzelprobanden bzw. individueller Patientenebene Auskunft über plastizitätsassoziierte Veränderungen geben können.
Dann erfolgen Anwendungsbeispiele, die in die Rehabilitation hineinspielen. C. Dettmers erläutert bildgebende Studien zur Fatigue bei MS und stellt dar, in wie weit diese zum Verständnis der Pathophysiologie beitragen.
Im dritten Abschnitt thematisiert M.A. Schoenfeld plastische Veränderungen im Sensomotorischen Kortex nach Rehabilitation von Gangstörungen mittels aktiven Prothesen und bei der Entwicklung vom chronischen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS). 

Workshop 11 • Kinaesthetics in der Pflege
Kinaesthetics beschäftigt sich mit der bewussten Erfahrung und Wahrnehmung in Alltagsaktivitäten. 6 Konzepte dienen als Lern- und Denkwerkzeug, um die Wirkung eigener Bewegungsmuster zu hinterfragen. Dabei geht es weniger darum, zu hinterfragen wie man eine Aktivität ausführt, sondern welche Erfahrungen man dabei macht. Wir gehen davon aus, dass Menschen ihre Erfahrung nutzen, um eine größtmögliche Kontrolle über ihre Möglichkeiten zu haben mit dem Ziel, sich als selbstwirksam zu erfahren. Der Workshop zeigt aus einer Kinaestheticsperspektive praxisnah auf, wie die Erkenntnisse von Plastizität für die Interaktion mit schwer beeinträchtigten Menschen so genutzt werden können, dass eine Vielfalt von Handlungsspielräumen entstehen kann. Anhand eines Kinaesthetics – Konzeptblickwinkels gehen Teilnehmer über Eigenerfahrung und Partnererfahrung der Frage nach „Wie funktioniert der Mensch und wie steuert er sein Verhalten in Alltagsaktivitäten?“. Die Bedeutung für die Interaktion mit betroffenen Menschen wird evaluiert, sodass erste Erkenntnisse im eigenen Praxisfeld bereits genutzt werden können.

Workshop 12 • Dysphagie: Interdisziplinäre Diagnostik und Therapieplanung
Die AG Dysphagie München wurde 1983 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet.
Ziel der interdisziplinären Arbeitsgruppe ist es, Schluckstörungen durch Experten aus unterschiedlichen medizinischen Disziplinen besser diagnostizieren und behandeln zu können. In diesem Workshop werden anhand von verschiedenen Fallbespielen die einzelnen Diagnostik-schritte und die Therapieplanung dargestellt. Zusammen mit den Teilnehmern werden Befunde interaktiv der Klinischen Schluckuntersuchung, der FEES, der Videofluroskopie, der HMR, der ÖGD etc. aus Sicht der unterschiedlichen Disziplinen besprochen. Durch die Erarbeitung der Pathomechanismen der Dysphagie kann eine adäquate Therapieplanung erfolgen.

Workshop 13 • Transkranielle Gleichstrom– und repetitive Magnetstimulation
Unterstützend zur aufgabenspezifischen motorischen Rehabilitation wird die nicht invasive Hirnstimulation (rTMS und tDCS) zur Erholung der motorischen und sprachlichen Funktion nach Schlaganfall eingesetzt. Durch Fazilitierung der betroffenen oder Hemmung der nicht-betroffenen Hemisphäre können die zerebrale Plastizität und damit die motorische und sprachliche Funktion gefördert werden. Nach Vorstellung der aktuellen Studienlage werden die unterschiedlichen neurophysiologischen Konzepte ipsi- vs. kontraläsionelle Stimulation praktisch demonstriert und die Relevanz für den Einsatz in der motorischen Neurorehabilitation diskutiert. Repetitive TMS moduliert frequenzabhängig die Erregbarkeit im zentralen Nervensystem. Niedrigfrequente Stimulationen bewirken eine Inhibition, hochfrequente Stimulationen eine Erregbarkeitssteigerung. RTMS wurde in einer Vielzahl von Erkrankungen angewandt. Die beste Evidenz für eine Wirksamkeit des Verfahrens besteht für Schmerzbehandlung (hoch-frequente rTMS über dem primär motorischen Kortex) und für Depressionsbehandlung (hoch-frequente rTMS über dem linken dorsolateralen präfrontalen Kortex), Hinweise für Wirksamkeit bestehen auch in der Schlaganfallbehandlung (Motorik, Schlucken, Sprache), der Therapie kognitiver Defizite, der Behandlung von Tinnitus, der Therapie von Bewusstseinsstörungen. Der WS-Beitrag stellt die Evidenzlage und methodischen Aspekte dar, eine praktische Demonstration des Verfahrens ist geplant.

Workshop 14 • Schmerzhafte Schulter nach Schlaganfall: Grundlagen und Anwendung von Tapeverbänden
Eine schmerzhafte Schulter ist eine häufige und relevante Komplikation in der Neurorehabilitation von Patienten mit Armparese nach Schlaganfall. Ihr Auftreten kann das Auftreten eines „erlernten Nicht-Gebrauchs“ der betroffenen Extremität und eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS), des sog. Schulter-Arm-Syndroms, begünstigen. Ein schlechteres Rehabilitations-Outcome als Folge einer schmerzhaften Schulter ist beschrieben. Daher stellt die Prophylaxe und Behandlung der schmerzhaften Schulter nach Schlaganfall einen wichtigen Baustein in der modularen Neurorehabilitation der zentralen Armparese dar. Eine angemessene Versorgung der Schulter stellt in den verschiedenen Mobilisationsstufen hemiparetischer Patienten eine wiederkehrende Herausforderung dar. Der Workshop vermittelt hierzu den aktuellen Stand der Evidenz einer leitliniengerechten Therapie unter besonderer Berücksichtigung von Orthesen und Tapeverbänden im Gesamtbehandlungskonzept. Speziell zur Anwendung von Tape-Verbänden in der Neurorehabilitation werden die Grundlagen dargestellt und die Taping-Methodik bei der schmerzhaften Schulter vorgestellt. In einer Anwenderschulung wird die Anlagetechnik an einem Patienten/Probanden gezeigt und kann nachfolgend als „hands-on“-Schulung von den Teilnehmern unter Supervision der Referenten selbständig eingeübt werden.

Workshop 15 • Spiegeltherapie
Bei der Spiegeltherapie wird ein Spiegel so in der Körpermitte des Patienten platziert, dass das Spiegelbild der nicht betroffenen Extremität erscheint, als wäre es die betroffene Extremität. Die Wirkung der Spiegeltherapie nach Schlaganfall und bei Schmerzsyndromen ist mittlerweile gut belegt. Darüber hinaus helfen neurophysiologische Befunde, den Wirkmechanismus der Bewegungsspiegelung besser zu verstehen. Im Rahmen des Workshops sollen den Teilnehmern die wesentlichen Grundlagen und Wirkmechanismen der Spiegeltherapie präsentiert werden. Zudem sollen sie erlernen, bei welchen Krankheitsbildern und Symptomen der Einsatz der Spiegeltherapie gerechtfertigt ist. Darüber hinaus erfolgen praktische Übungen, um den Einsatz des Spiegels bzw. verschiedene Therapievarianten zu erlernen.